Geld sparen lernen - Eine einfache Anleitung

Erschienen: 16.08.2017 | Thema: Finanzielles Basiswissen | Lesezeit: 11 Min.

Schon Cicero erkannte um 50 v.Chr.: ,,Sparen ist eine gute Einnahme“. Wenn Sie also das Ziel haben an Ihrem persönlichen Reichtum zu arbeiten, dann kommen Sie auch am effektiven Sparen nicht vorbei. Sparen ist sozusagen einer der Grundsteine auf dem Weg zu mehr finanzieller Freiheit. Die gute Nachricht dabei ist: Geld sparen lernen ist nicht schwer und für jeden zu meistern! Hier kommt deshalb unsere Sparanleitung für jede Lebenslage.

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Das ganze ist schon erstaunlich. Überall in der Natur ist das Sparen fest in den Genen eines jeden Lebewesens verankert. Trotzdem fällt es vielen Menschen heute nicht mehr so leicht, beim Geldausgeben einen Gang zurück zu schalten. Allerdings macht es uns das moderne Leben auch wirklich nicht leicht:

Egal wo wir heute unterwegs sind, beim Bummel durch die Fußgängerzone oder online in den sozialen Medien. Über all möchte man uns etwas verkaufen und die schöne bunte Welt des Konsums lockt dabei mit Dingen wie mehr Lebensfreude, Komfort, Zeit oder Attraktivität. Alles scheint im Überfluss vorhanden zu sein.
,,Warum soll ich dann eigentlich sparen?", könnte man sich fragen. ,,Macht Geld ausgeben nicht mehr Spass?"



Schritt 1: Die richtige Einstellung macht den Unterschied

Diese beiden oben genannten Fragen können, Sie auf der einen Seite rational und auf der anderen Seite emotional beantworten. Aus der emotionalen Sichtweise würden Sie vermutlich antworten: Etwas zu kaufen macht mich glücklich und gibt mir ein Gefühl der Belohnung. Auf etwas zu verzichten, fühlt sich dagegen eher nicht so gut an.

Die rationale Antwort lautet jedoch: ,,Spare, halte dein Geld zusammen und sorge so für mehr finanzielle Sicherheit. Vor allem im Alter ist das wichtig."
Egal wem Sie diese Antwort vortragen würde, jeder Mensch würde Ihnen dabei vermutlich voll und ganz zustimmen. Und trotzdem gibt es viele Menschen, die mehr Schulden anhäufen statt Geld auf Ihrem Konto.

Wie bei so vielen Dingen im Leben, kommt es auch beim Geld sparen auf die richtige Einstellung an.

Das Problem dabei ist ganz einfach: Emotionen haben einen stärkeren Einfluss auf uns, als rationales Denken und Handeln. Viel häufiger lassen wir uns also nur von unseren Gefühlen leiten und schalten den Verstand dabei vollkommen aus. Das kann in vielen Situationen auch durchaus berechtigt sein, aber in finanziellen Dingen führt das fast immer zum Geld ausgeben und nicht zum Sparen.

Der erste Schritt muss also lauten, bevor Sie überhaupt in der Lage sein können erfolgreich zu sparen: Machen Sie das Sparen zu einer emotionalen Angelegenheit. Nur wenn es Ihnen wirklich am Herzen liegt zu sparen und Sie damit positive Emotionen verbinden, werden Sie auch wirklich sparen können.
Das gute Gefühl mehr Geld auf dem Konto zu haben muss stärker sein, als das schlechte Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Wie bei so vielen Dingen im Leben kommt es also auch hier auf die richtige Einstellung an.



Schritt 2: Mit klaren Zielen zum Erfolg

Nun wissen Sie also, dass es beim Sparen vor allem auf die richtige Einstellung ankommt. Damit sich diese Einstellung allerdings auch beibehalten lässt, braucht es eine dauerhafte Motivation, die Sie sich jeden Tag ins Gedächtnis rufen können. Um diese Motivation zu erlangen helfen Ziele.

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Überall im Leben brauchen und haben wir Ziele. Egal ob es um die eigene Karriere geht, um das lernen einer neuen Sprache oder vielleicht auch darum einen Marathon zu laufen. Ohne ein konkretes Ziel, lassen sich Erfolge nur schwer erreichen. Genau diese Zielstrebigkeit müssen Sie auch an den Tag legen, wenn ums Sparen und den Vermögensaufbau geht. Und damit meinen wir nicht so ein Ziel wie: ,,Ich möchte Geld sparen und reich werden.“ - das funktioniert nicht! Der Grund: So ein Ziel ist einfach zu ungenau. Unser Gehirn mag es viel lieber konkret und einfach. Deshalb:

Denken Sie beim Sparen lieber an eine feste Summe und einen konkreten Zeitraum. Etwa: ,,In 5 Jahren möchte ich 10.000 € auf dem Tagesgeldkonto ansparen“ oder ,,Meine monatlichen Ausgaben möchte ich um 30 € senken. Diesen Betrag möchte ich anlegen.“

Backen Sie bei der Zielfindung nicht zu kleine Brötchen. Viele Menschen neigen dazu, lieber tief zu stapeln, um sich am Ende nicht selbst enttäuschen zu müssen. Das bringt nichts! Haben Sie hohe Ansprüche an sich selbst und Ihre Ziele. Das gilt nicht nur fürs Sparen, sondern ist in allen Lebenslagen richtig.

Letzteres Ziel ist sogar noch besser. Erkennen Sie warum? Es verbindet ein Sparziel zusätzlich mit einem Plan, also hier dem Anlegen des Geldes, z.B. in einem Aktiensparplan. Dadurch wird die Motivation, dieses Ziel auch zu erreichen, noch einmal verstärkt. Genau so könnte das erste Ziel auf diese Weise noch damit ergänzt werden, dass das angesparte Geld als Grundkapital für den Kauf einer Eigentumswohnung verwendet werden soll. So wird das Sparen zum Teil eines viel größeren Ziels, nämlich dem Besitz einer eigenen Immobilie.


Und noch ein Extra-Tipp: Teilen Sie Ihr Sparziel in mehrere kleine Ziele auf. Wenn Sie sich beispielsweise vornehmen 2.000 € jährlich zu sparen, dann machen Sie daraus kleinere Sparziele für jeden Monat oder zumindest jedes Quartal. So lassen sich regelmäßig Erfolge erreichen und auch überprüfen.



Schritt 3: Verschaffen Sie sich einen Überblick

Auf der mentalen Seite haben Sie nun Ihr Handwerkszeug für effektives sparen zusammen. Dank dem richtigen Mindset und genauen Zielen ist Ihr Verstand nun vollkommen auf Sparkurs - super! Jetzt geht es an die Umsetzung.

Am besten Sie nehmen sich für diesen Schritt etwas Zeit und Ruhe. Vielleicht gehen Sie dafür an den Schreibtisch, auf jeden Fall aber brauchen Sie Papier und Stift.
Machen Sie sich eine Liste mit ihren monatlichen Einnahmen und Ausgaben. Damit sind alle fixen Geldströme gemeint: Auf der Einnahmenseite steht da beispielsweise Ihr Gehalt und auf der Ausgabenseite sind das Beträge wie Miete, Strom, Handyvertrag, Versicherungen und co.

Anschließend ziehen Sie die Ausgaben von den Einnahmen ab und erhalten so ihr monatliches Budget.
Vielleicht klingt das jetzt alles offensichtlich für Sie, aber es gibt erstaunlich viele Menschen, die nicht wissen, wie viel Geld sie monatlich zur Verfügung haben. Das ist ein großes Problem. Denn so fehlt nicht nur der Überblick über die eigene finanzielle Lage, sondern auch die Grundlage für effizientes Sparen: Wie soll man schließlich wissen wo man etwas sparen kann, wenn man seine Ausgaben nicht kennt?

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Schritt 4: Sparpotentiale einfach finden und nutzen

Sie haben jetzt schwarz-auf-weiss sehen, wohin ein Großteil Ihres hart verdienten Geldes Sie gleich am Monatsanfang wieder verlässt. Gehen Sie nun alle Ausgaben durch und fragen Sie sich bei jedem einzelnen Punkt: ,,Brauche ich das wirklich?" - Oft lassen sich hier bereits erste große Sparpotentiale finden.

Das waren nur ein paar Beispiele, mit denen sich eine Menge Geld bei den monatlichen Fixkosten sparen lässt. Vielleicht finden sich bei Ihnen noch mehr unnötige Zahlungen, die sich schnell stoppen lassen. Teilen Sie uns Ihre Entdeckungen doch gerne in den Kommentaren mit.



Schritt 5: Das Sparen zur Verbindlichkeit machen

Viele Menschen nehmen sich beim Sparen vor, dass auf Seite zu legen, was am Monatsende übrig bleibt. Klingt zunächst mal auch nach einer guten Idee, oder? In der Realität sieht das aber leider anders aus. Denn häufig bleibt am Monatsende eben nichts übrig und dann wird auch nichts gespart.

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Unser Vorschlag: Machen Sie das Sparen ganz einfach zur Verbindlichkeit. Genau so wie Miete und Strom am Monatsanfang von Ihrem Konto abgebucht werden, können Sie auch den Sparbetrag ganz einfach auf Ihr Sparkonto überweisen lassen. Per Dauerauftrag geht das voll automatisch und komfortabel. So können Sie sparen, ohne überhaupt sich überhaupt damit beschäftigen zu müssen. Dabei kann auch ein 2-Konten-Modell helfen, wie wir in einem anderen Artikel bereits gezeigt haben.


Noch ein Extra-Tipp:Betrachten Sie auch unvorhergesehene Einnahmen als Sparkapital. Wenn Sie beispielsweise eine Steuerrückzahlung bekommen, dann überweisen Sie den Betrag am besten direkt aufs Sparkonto.



Schritt 6: Richtiges Haushalten lernen

Jetzt kommen wir zu dem Punkt, an dem es etwas schwieriger wird: das Sparen im Alltag. Am Anfang dieser Anleitung haben wir über die emotionale Seite des Sparens gesprochen. Gerade beim sparen im Alltag fällt diese leider besonders ins Gewicht. Dabei wird die Gefahr groß, dass Sparen schnell zu schlechter Laune führt.

Das passiert vor allem dann, wenn Sie sich beispielsweise dazu entscheiden, nicht mit Ihren Freunden Essen zu gehen, weil Sie sonst Ihr Sparziel nicht mehr einhalten könnten. Das frustriert auf Dauer nur und dann ist es mit dem Sparen ganz schnell wieder vorbei. Es muss also ein Mittelweg gefunden werden, beim dem Sie Ihre Ziele erreichen können und trotzdem nicht auf Freizeitspaß und Komfort verzichten müssen.

Ein einfaches Mittel, mit dem Sie dieses Problem lösen können ist intelligentes Haushalten. Das klingt jetzt wahrscheinlich wenig spannend oder unterhaltsam, aber mit einem Haushaltsbuch können Sie lernen, ihr monatliches Budget besser einzuteilen. In einem eigenen Ratgeber zu diesem Thema, haben wir bereits gezeigt, wie sich so ein Haushaltsbuch einfach und mit minimalem Zeitaufwand führen lässt.

Das muss auch gar keine Dauerlösung sein, aber wenn Sie das ganze zumindest mal für drei Monate durchhalten, können Sie viel über Ihren alltäglichen Umgang mit Geld lernen. Die Ergebnisse werden Sie wirklich überraschen, das können wir versprechen.
Vor allem wenn Sie sich schonmal mit der folgenden Frage auseinander setzen mussten, könnte ein Haushaltsbuch das Richtige für Sie sein:

Geld sparen lernen, damit das Konto auch am Monatsende noch gefüllt ist



Das Ziel des ganzen ist einfach: Wenn Sie einschätzen können, wie viel Geld sie im Alltag zur Verfügung haben, werden Sie automatisch auf unnötige Ausgaben verzichten. Das fängt oft schon bei Kleinigkeiten an. So fällt es schließlich leichter auf ein paar unnötige Dinge zu verzichten und das Geld lieber für einen schönen Besuch im Kino auszugeben.



Schritt 7: Schulden und teure Fehler vermeiden

Schulden sind nicht nur der Feind jedes Sparziels, sie vernichten auch Ihr Vermögen. Heute wird uns fast schon suggeriert, dass Schulden machen eben zum Leben dazu gehört. Überall gibt es Werbung für günstige Kredite, Ratenzahlungen oder Finanzierungen mit 0%-Zinsen. Für die Anbieter dieser Darlehen ist das auch sicher ein gutes Geschäft, doch für den Kunden häufen sich so schnell teure finanzielle Verpflichtungen an, die über einen langen Zeitraum das monatliche Budget schmälern.

Hier gibt es also nur eine klare Botschaft: Machen Sie keine Schulden! Wir können es gar nicht oft genug wiederholen. Grade dann wenn es finanziell mal eng wird ist es wichtig, dass Sie so wenig belastende Verbindlichkeiten wie möglich haben.

Natürlich ist es verlockend, etwas sofort zu bekommen, auch wenn man es sich eigentlich gar nicht leisten kann. Aber ist nicht das Gefühl viel besser, sich etwas kaufen zu können was man sich leisten kann und dann auch wirklich zu besitzen? Gerade am Anfang mag das vielleicht nicht einfach sein, aber wenn Sie erstmal etwas Kapital angespart haben, ist der Belohnungseffekt, sich davon etwas zu gönnen umso größer. Das haben Sie sich dann auch wirklich verdient!

Außerdem können Sie so auch die Sparmotivation wieder steigern: Wenn Sie das neue Auto unbedingt wollen, dann machen Sie es doch einfach zu Ihrem Ziel. Schon werden Sie noch härter daran arbeiten dieses Ziel auch zu erreichen.

Sie haben schon Schulden? Dann gilt noch vor jeder weiteren Sparanstrengung: Zahlen Sie diese so schnell wie möglich ab. Daran führt leider kein Weg vorbei.


Und noch ein Extra-Tipp Auch beim Vermeiden von Schulden, kann Ihnen die Buchführung helfen. Denn damit fällt es Ihnen leichter das Konto auch am Monatsende im Plus zu halten. Ärgerliche und hohe Zinsen durch einen Dispo-Kredit können Sie sich dann sparen.



Schritt 8: Erfahrung sammeln und clever entscheiden

Im Alltag warten an jeder Ecke eine Menge Gelegenheiten, um verdientes Geld wieder auszugeben. Überall scheint es Angebote zu geben, die den Sparer in jedem von uns wecken wollen. Egal ob es sich dabei nur um reduzierte Tomaten im Supermarkt handelt oder etwa zwei T-Shirts zum Preis von einem. Gerne greifen wir zu. Das freut allerdings in erster Linie den Händler.

Auch hier schlagen wieder unsere Emotionen den rationalen Verstand und schnell wird der Geldbeutel gezückt. Häufig wird dann sogar noch mehr gekauft, als man eigentlich wollte. Mit Sicherheit ist Ihnen das auch schon mal passiert.

Doch auch beim besten Angebot können wir Ihnen nur raten: Bleiben Sie standhaft, überlegen Sie sich, ob das wirklich ein gutes Angebot ist und ob Sie das Angebotene auch wirklich brauchen. In jedem Fall gilt: Schlafen Sie nochmal drüber. Auch wenn man Ihnen Druck machen will und die Werbung mahnt: „Nur noch heute. Letztmalig im Angebot“ - lassen Sie sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Meistens ist das sowieso nur ein Trick.

Wenn Sie es gewohnt sind häufig bei tollen Angeboten schnell zuzugreifen, dann mag das zu Beginn mit Sicherheit nicht einfach sein. Doch wenn Sie sich aktiv mit Angeboten auseinandersetzen und Ihre Kaufentscheidungen hinterfragen, werden Sie mit der Zeit sicherer und lernen auch mal abzulehnen.


Schritt 9: Nicht zum Geizhals werden

Ist Ihnen aufgefallen, worum es in dieser Anleitung bisher nicht ging? - Tipps für ,,Pfennigfuchser“ nach dem Motto ,,Geiz ist geil“, haben wir bisher nicht verraten. Beim Sparen kommt es nämlich nicht darauf an, zu einem sprichwörtlichen Geizhals zu werden, sondern vielmehr darauf, einen gesunden Umgang mit Geld zu entwickeln.

Wie schon zu Beginn erläutert, sind Emotionen beim Thema Finanzen von enormer Bedeutung. Deshalb ist es wichtig ein Gefühl für dieses Thema zu bekommen und den Wert von jedem verdienten Euro schätzen zu lernen. Sparen bedeutet also nicht, einfach nur möglichst wenig Geld auszugeben, sondern vielmehr das Geld richtig einzusetzen. Es dort nicht zu verschwenden, wo es keinen wirklichen Mehrwert bietet und schließlich so einzubringen, dass es Sie langfristig glücklicher macht.


Zusammenfassung

Zum Abschluss haben wir das Wichtigste zum schnellen wiederholen und merken noch einmal für Sie zusammengestellt:

Kommentare | Ihre Meinung ist uns wichtig. Diskutieren Sie mit!

Dieser Artikel wurde bisher 1 mal kommentiert.

Nico

Alle Tipps super zusammengefasst! Schöne Anleitung für den Anfang vom Vermögensaufbau..
Das Design der Seite finde ich auch ganz toll. Weiter so!

Gruß Nico

Antwort von Financemind:
Vielen Dank für das nette Feedback!

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