Diese 7 finanziellen Fehler sollten Sie vermeiden

Erschienen: 25.01.2018 | Thema: Finanzielles Basiswissen | Lesezeit: 8 Min.

Finanzielle Fehler sind häufig ein großes Ärgernis, denn nicht selten kosten Sie uns eine Menge Geld. Trotzdem passieren sie uns immer und immer wieder, da häufig garnicht bemerkt wird, dass überhaupt etwas falsch läuft. Das böse Erwachen kommt meist erst Jahre später. Deshalb haben wir 7 ganz grundlegende finanzielle Fehler zusammengestellt, die leider viele Menschen machen und unbedingt vermieden werden sollten. Ist Ihnen das auch schon mal passiert?

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Jeder Mensch macht Fehler, das gehört zum Leben einfach dazu. Das ist auch garnicht schlimm, denn schließlich bietet jeder Fehler die einmalige Chance etwas aus ihm zu lernen. Das Problem bei der Sache ist nur: Bevor wir etwas lernen und verändern können, müssen wir den Fehler erstmal als solchen identifiziert haben.

Vor allem in finanziellen Dingen ist das nicht immer ganz so offensichtlich. Häufig dauert es lange, bis sich finanzielle Fehler bemerkbar machen. Dann ist der Schaden allerdings oft schon so groß, dass er sich nur schwer wieder kompensieren lässt.

Der schlimmste aller Fehler ist, sich keines solchen bewusst zu sein.

Thomas Carlyle

Deshalb gilt: Wer sich früh mit dem Thema Finanzen beschäftigt, der wird langfristig umso mehr davon profitieren. Denn besonders in unseren 20ern kommt es darauf an, die Weichen in Sachen Finanzen richtig zu stellen, um mit 40 bereits enorm davon profitieren zu können. Leider machen wir allerdings in unseren 20ern auch am häufigsten finanzielle Fehler.

Trotzdem lässt sich in den letzten Jahren ein positiver Trend beobachten. Denn immer mehr junge Leute interessieren sich für das Thema Geld und beschäftigen sich auch gerne mit der finanziellen Lebensplanung. Auf der anderen Seite nimmt aber auch die Zahl der Schuldner von Jahr zu Jahr zu und das vor allem auch in der jungen Altersgruppe.

Auch wenn wir uns also zunehmend mehr mit unseren Finanzen beschäftigen, finanzielle Fehler häufen sich weiterhin. Das gilt für Menschen in den 20ern, genau so wie für Menschen in den 50ern. Natürlich gibt es hier eine Vielzahl von Dingen die falsch laufen können. Darüber könnte man sicher ganze Buchreihen füllen. Deshalb haben wir hier nur 7 finanzielle Fehler zusammengestellt, die allerdings besonders verheerend sein können und die zudem sehr häufig falsch gemacht werden.


Also, egal ob Sie noch in den 20ern sind oder auch schon deutlich älter, um etwas dazu zu lernen und zu verändern ist es nie zu spät:


Finanzieller Fehler Nr. 1: Falsches Konsumverhalten

Nicht erst seit diesem Jahrhundert ist Konsum ein ungebrochener Dauertrend. Und täglich werden wir davon überzeugt, dass etwas zu kaufen zum wichtigsten Bestandteil eines glücklichen Lebens einfach dazu gehört: In jeder Saison neue Klamotten, jedes Jahr ein neues Handy und spätestens nach vier Jahren muss auch ein neues Auto her.

Für viele Menschen ist das ganz selbstverständlich, doch dem Geldbeutel tut das leider ganz und garnicht gut. Denn zum Sparen bleibt häufig einfach nichts mehr übrig. Das ist ja schließlich auch langweilig und nicht im Trend.

Langfristig lässt sich so aber mit Sicherheit kein Vermögen aufbauen und im schlimmsten Fall häufen sich sogar Schulden an. Dann ist es mit dem Konsum irgendwann auch vorbei. Bringen Sie also Ihr Konsumverhalten unter Kontrolle und fragen Sie sich bei jedem Kauf: Brauche ich das jetzt wirklich? Kann es nicht auch mal etwas gebrauchtes sein?


Finanzieller Fehler Nr. 2: Schlechte Budgetplanung

Dieser finanzielle Fehler baut direkt auf unseren Fehler Nr. 1 auf. Denn häufig entsteht ein unkontrolliertes Konsumverhalten auch durch eine schlechte Planung des eigenen Budgets. Viele Menschen machen sich darüber sogar gar keine Gedanken und geben regelmäßig mehr Geld aus, als sie eigentlich sollten - die Ersparnisse schrumpfen.

Wie viel Geld haben Sie monatlich zur Verfügung? - Wenn Sie diese Frage nicht aus dem Kopf heraus beantworten können, dann liegt das vermutlich an einer schlechten Budgetplanung. Mit Budget ist auch nicht ihr Einkommen gemeint, sondern eben der Betrag, der nach Abzug aller monatlichen Fixkosten noch zum ausgeben übrig bleibt.

Und auch am 20. des Monats sollten Sie noch wissen, wie viel Geld sie in den nächsten 10 Tagen noch zur Verfügung haben. Dann ist es nämlich auch viel leichter etwas mal nicht zu kaufen, weil unser Gewissen sagt: „Das kannst du dir diesen Monat eigentlich garnicht mehr leisten!“

Praktischer Helfer bei der Budgetplanung ist ein Haushaltsbuch. Wie das funktioniert und sich ganz einfach führen lässt, haben wir hier schon gezeigt.



Finanzieller Fehler Nr. 3: Schulden, Ratenzahlungen und Kredite

Eine Sache die uns besonders ärgert: Schulden machen gehört heute fast schon zum guten Ton. Nicht zuletzt die Werbung trägt zu dieser traurigen Entwicklung bei. So wird dem Konsumenten regelmäßig eingetrichtert, dass Kredite aufzunehmen einfach eine Selbstverständlichkeit sei.

Warum für etwas sparen, wenn man es auch einfach sofort haben kann? Dazu gibt es Werbespots von Banken mit Bildern von tollen Fernreisen, Traumautos und glücklichen Menschen. Und auch der Einzelhandel selbst wirbt ununterbrochen mit der „Null-Prozent-Finanzierung“ und bietet Ratenzahlung für jedes Produkt an. Nur 10 € pro Monat für den neuen Fernseher abzuzahlen, das fällt ja schließlich auch kaum auf.

Zum Problem wird das ganze nur, wenn neben dem Fernseher auch noch das neue Handy, das Auto, die neuen Möbel und der letzte Urlaub Monat für Monat das Konto belasten. Vor allem der Überblick bei einer Vielzahl von Kreditverträgen, geht vielen Menschen häufig verloren. In der Folge landet das Konto dann monatlich im Minus.

Es gilt also: Machen Sie keine Schulden, vor allem keine Konsumschulden. Wenn Sie sich etwas nicht direkt leisten können, dann sparen Sie dafür. Schulden sind der größte Vermögensvernichter und verhindern jede Bemühung, langfristig finanziell erfolgreich zu werden.


Finanzieller Fehler Nr. 4: Keine Rücklagen bilden

Legen Sie regelmäßig Geld zurück? - Eine Faustregel unter Vermögensexperten sagt, dass Sie monatlich 10 - 20 % Ihres Einkommens sparen sollten. Damit lässt sich nachhaltig finanzielle Sicherheit schaffen und ein Vermögen aufbauen. Bei einem Nettoeinkommen von 2000 € wären das also jeden Monat mindestens 200 €.

Davon sind viele Menschen leider weit entfernt. Sie sparen entweder viel weniger oder sogar überhaupt nicht. Die Gründe dafür sind vielfältig und ergeben sich häufig auch aus den Punkten, die wir in den vorherigen Fehlern beschrieben haben. Doch leider wird oft auch einfach unterschätzt, wie wichtig finanzielle Rücklagen sind. Vor allem wenn es um die Vorsorge für das Alter geht, kommt man um Rücklagen nicht herum.

Zwei Gründe, die dann häufig genannt werden sind:

Diese beiden Argumente sind allerdings Trugschlüsse. Leider neigen wir jedoch dazu Dinge auszublenden, die erst in ferner Zukunft auf uns zukommen werden. Aber gerade beim Thema Altersvorsorge ist das ein Spiel mit dem Feuer. Denn schließlich werden wir nicht nur immer älter und damit auch die Zeit im Ruhestand immer länger, sondern die Versorgung durch das staatliche Rentensystem wird zunehmend schlechter.
Es ist also nicht sehr unwahrscheinlich, noch gute 30 Jahre nach Ende des Arbeitslebens vor sich zu haben. Die möchte man doch nicht in Armut verbringen, oder?

Zudem können sich viele Menschen nicht vorstellen, wie stark sich angesparte und angelegte Rücklagen über die Jahre hinweg vermehren. Der Schlüssel dazu heißt exponentielles Wachstum bzw. Zinseszinseffekt. Es lohnt sich also sehr wohl heute auf etwas Luxus zu verzichten, um dann in 20 Jahren enorm davon profitieren zu können. Nur ein paar Euro im Monat zurück zu legen, kann da schon eine Menge bewirken.



Finanzieller Fehler Nr. 5: Nur sparen und nicht investieren

Wenn es ums sparen geht, dann sind wir Deutschen vorne mit dabei. Denn die Mehrheit der Deutschen spart regelmäßig. Schaut man allerdings auf die Vermögen, so sieht das Bild leider ganz anders aus: Eine Studie der EZB auf dem Jahr 2013 zeigt, dass wir im Vergleich mit den anderen Nationen im Euroraum die Ärmsten sind.

Das Problem: Wir sparen zwar fleißig und arbeiten viel, wir investieren allerdings viel zu wenig. Und wenn wir investieren, dann leider allzu häufig in die vollkommen flaschen Dinge. Statt in Aktien und Immobilien, vertrauen wir lieber auf niedrigverzinste Festgelder, Sparbücher und Lebensversicherungen. Diesen Fehler machen unsere europäischen Nachbarn nicht.

Noch schlimmer: Unterm Strich werden wir zur zeit sogar immer ärmer, denn da die Zinsen in der Regel unterhalb des Inflationsniveaus liegen, verliert ein Großteil der Deutschen sogar jährlich viel Geld.

In einem ausführlichen Ratgeber zum Thema Geldanlage zeigen wir, wie Sie effektiv investieren und diesen finanziellen Fehler vermeiden.


Finanzieller Fehler Nr. 6: Falsches Vertrauen und zu wenig Eigeninitiative

Viele finanzielle Fehler machen wir auch, weil wir uns zu wenig mit der Materie Finanzen beschäftigen. Gerne geben wir die Verantwortung an Banken oder Versicherungen ab. Dann werden Verträge unterschrieben von denen zwar der Berater profitiert, Sie als Kunde allerdings nicht.

Wenn am Ende dann das eingezahlte Geld nicht mehr vorhanden ist, weil das Kleingedruckte entweder nicht gelesen oder nicht verstanden wurde, ist der Ärger riesengroß.

Vertrauen ist beim Thema Finanzen allein in die eigenen Fähigkeiten angesagt und nicht gegenüber Dritten. Sie wissen nicht was ein ETF ist und können den Begriff Dividende nicht erklären? Dann gilt es diese wichtigen Grundkenntnisse in Sachen Finanzen zu lernen. Schließlich macht es das Internet heute so einfach wie nie.

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Finanzieller Fehler Nr. 7: Keine Ziele setzen

Ziele spielen überall eine wichtige Rolle. Sie geben nicht nur Motivation, sondern sorgen auch für Struktur. Allerdings werden Ziele in finanziellen Angelegenheiten häufig vernachlässigt.

So geht es dann eher planlos durchs leben und finanzielle Entscheidungen werden nicht auf der Basis von guten Überlegungen, sondern spontan und aus dem Bauch heraus getroffen.

Und damit Zielen meinen wir nicht so ein Ziel wie: „Ich möchte reich werden.“ - so funktionieren Ziele nicht. Vielmehr gilt es, kritisch zu hinterfragen und in Ruhe zu reflektieren, wie sich die eigene finanzielle Situation kurzfristig und langfristig entwickeln soll. Dabei sollte möglichst konkret formuliert werden. Zum Beispiel: „Im kommenden Jahr möchte ich 5.000 € ansparen.“

Setzen sie sich doch einmal jährlich hin und überlegen Sie sich, was gut lief und was noch besser laufen sollte.

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